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Wenn wir Schönes als schön bezeichnen, gibt es Hässliches.
Wenn wir Gutes als gut bezeichnen, gibt es Schlechtes.
Daher zeigen sich Haben und Nichthaben gemeinsam.
Schwer und Leicht ergänzen einander.
Lang und Kurz widersprechen einander.
Hoch und Tief ruhen aufeinander.
Stimme und Klang schwingen miteinander.
Vorne und Hinten folgen einander.

Daher wandert der Weise umher, ohne zu handeln, und lehrt ohne Worte.
Die zehntausend Dinge entstehen und vergehen unaufhörlich.
Hervorbringen und doch nicht in Besitz nehmen.
Wirken und sich doch keinen Verdienst anrechnen.
Das Werk tun und es dann vergessen.
So wird es von Dauer sein.


Laotse: «Tao Te King», 2. Vers