Menschen, die von Zahlungsschwierigkeiten betroffen sind, stehen unter einem enormen Druck: man hat ständig ein schlechtes Gewissen, bei jedem Klingeln des Telefons kann es ein Gläubiger sein, jeden Tag kommen Mahnbriefe und vielleicht schon Klagen ins Haus und man weiß nicht, wie man wenigstens die dringendsten Rechnungen mehr bezahlen kann.
Zusätzlich kommt in unserer Gesellschaft noch die gesellschaftliche Ächtung und Ausgrenzung dazu: wer nicht mehr zahlen kann, gilt als Versager, unfähig, Schädling an der Gesellschaft und jedenfalls ganz alleine selbst schuld an seiner Situation. Und wird oft auch dementsprechend behandelt.
Die "Studie Armut, Schulden und Gesundheit" (ASG Studie) der Universität Mainz hat ergeben, dass acht von zehn überschuldeten Menschen an einer Krankheit leiden: Schulden machen krank. Geldsorgen, Druck, Unsicherheit und Angst wirken sich massiv auf die Betroffenen aus. Das kann zu seelischer Erschöpfung, Burn Out und Krankheit führen.
Deshalb wurde der Gesprächskreis "Anonyme Insolvenzler" gegründet, der sich an Menschen richtet, die vom Thema Insolvenz bedroht oder betroffen sind: um die Sprachlosigkeit aufzuheben.